VR-Brokerage
Enterprise UX für das digitale Trading der Volksbanken.
Wie skaliert man ein Trading-Tool in einem starren Banken-Ökosystem?
Die DZ BANK benötigte eine hochspezialisierte Brokerage-Experience für die Genossenschaftliche FinanzGruppe. Die strategische Herausforderung bestand darin, komplexe Echtzeit-Trading-Funktionen und maximale Informationsdichte zu realisieren – und das innerhalb der extrem restriktiven Design-Governance und CI-Vorgaben. Es galt, die perfekte Balance zwischen vertrauter Marken-Systematik und den harten funktionalen Anforderungen eines hochperformanten Brokerage-Tools zu schaffen.
Rolle:
UI/UX Design & UI/UX Beratung
Plattformen:
Desktop, Tablet, Mobile (Responsive)
Fokus:
User Flows, Component Design, System Extension
Partner:
Atruvia AG (CI- & System-Owner)
Herausforderung
Systemtreue trifft High-Frequency-Anforderungen:
Das UX-Dilemma im institutionellen Brokerage
Die DZ Bank stand vor der Herausforderung, ein hochkomplexes, datendichtes Echtzeit-Trading-Tool für das B2B2C-Brokerage zu entwickeln. Das Problem: Die technische Basis und die Design-Guidelines waren historisch auf klassisches, statisches Retail-Banking ausgelegt.
Im professionellen Wertpapierhandel gelten jedoch völlig andere Gesetze: Hier entscheiden Millisekunden, maximale Informationsdichte (Data Density) und fehlerfreie, stressresistente Transaktions-Flows über Erfolg oder Misserfolg. Die bestehenden UI-Komponenten waren strukturell nicht in der Lage, dynamische Live-Datenströme, Orderbücher und komplexe Ordermasken performant und übersichtlich abzubilden. Die Aufgabe bestand darin, dieses starre Korsett aufzubrechen, ohne die übergreifende visuelle Governance und Marken-Konsistenz der Banken-Gruppe zu verletzen.

Action
Architektur-Erweiterung und agile Schnittstellen-Vermittlung
Um die Brücke zwischen regulatorischer Strenge und moderner Trading-UX zu schlagen, wurde das Projekt auf drei strategischen Ebenen vorangetrieben:
Systemische Core-Erweiterung & Data Density
Konzeption, Prototyping und Spezifikation neuer UI-Muster für hochdynamische Kernelemente. Dazu gehörten komplexe Echtzeit-Ordermasken (Limit-, Stop-Loss-, Kombinations-Orders), interaktive Chart-Module und tief gestaffelte Orderbücher. Durch die Reduzierung von UI-Whitespaces und die Optimierung der visuellen Hierarchie wurde die Informationsdichte für den User maximiert, während die Design-System-Konformität gewahrt blieb.
Action
End-to-End Omnichannel User Journeys
Konzeption und pixelperfektes Design der vollständigen End-to-End-User-Flows über alle Breakpoints (Desktop, Tablet, Smartphone) hinweg. Dies umfasste den granularen Depot-Überblick, die performante Wertpapiersuche (Screener) sowie den hochsensiblen, mehrstufigen Transaktions- und Freigabeprozess.
Strategische UX-Beratung & Stakeholder-Alignment:
Agierende Schnittstelle zwischen dem System-Owner (Governance), den Produktmanagern (Business) und der IT. Moderation von Design-Entscheidungen unter ständiger Abwägung von regulatorischen Vorgaben (MiFID II, Compliance), technischer Machbarkeit im Backend und maximaler Usability für den Endanwender.

Ergebnis
Ein neuer Standard für das genossenschaftliche Brokerage.
Prozess-Effizienz:
Erfolgreiche Abnahme der Brokerage-Module durch den System-Owner, wodurch die Komponenten nun nahtlos von allen angeschlossenen Volksbanken ausgerollt werden können.
Omnichannel:
Einheitliches Interface-Konzept für Desktop, Tablet und Smartphone.
Time-to-Market:
Eine saubere Dokumentation und Token-Spezifikation der neuen Komponenten in Figma garantierte den Entwicklerteams eine schnelle Implementierung ohne Design-Schleifen.


